Logopädische Therapie
ist ein therapeutisches Behandlungsverfahren, das die Diagnostik und Therapie von Patienten mit Sprech-, Sprach-, Schluck- und Stimmstörungen umfaßt. Des weiteren werden Beratungsgespräche mit Eltern und Angehörigen durchgeführt. Darüber hinaus finden auch Gruppentherapien und Hausbesuche statt.

 

Verordnungen und Kostenübernahme
Logopäden werden auf ärztliche Verordnung hin tätig. Aus folgenden medizinischen Fachrichtungen können Patienten logopädisch behandelt werden:
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  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
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  • Kieferorthopädie
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  • Kinderheilkunde
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  • Neurologie
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  • Onkologie
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  • Phoniatrie
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  • Zahnmedizin
    Darüber hinaus auch aus der Allgemeinmedizin.
    Die Kosten für die Logopädische Therapie werden von den Kranken- kassen übernommen. Der gesetzliche Eigenanteil für Patienten über
    18 Jahren beträgt seit dem 1. Januar 2004 10% der Gesamtkosten bis
    maximal 2% ihres Jahresbruttoeinkommens. Chronisch kranke Patienten sind nur bis 1% ihrer jährlichen Bruttobezüge  zuzahlungspflichtig. Alle Befreiungsausweise sind ebenfalls seit dem 01.01.2004 ungültig und müssen bei den Krankenkassen neu benatragt werden. Auf jede Verord-
    nung entfällt eine Praxisgebühr von 10 Euro. Patienten bis 18 Jahre sind von allen Zuzahlungen generell befreit.

     

    In der Logopädischen Praxis wird nach dem Erstgespräch und der Befunderhebung ein individueller Therapieplan erstellt. Folgende Bereiche können u.a. eingebunden sein:
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  • Wahrnehmungsübungen auf allen Sinneskanälen ( z.B. Training der Hördifferenzierung)
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  • Muskelfunktionsübungen ( Gesichts- und Atemmuskulatur)
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  • Artikulationsübungen ( Aussprache )
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  • Rollenspiele ( z.B. zum Einüben einer neuen Sprechtechnik)
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  • Sinnesspezifische Erfahrungen mit Realgegenständen ( das Begreifen von Sprache mittels Handlungen)
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  • Sprachverständnisübungen
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  • Übungen zur Hör- Merkspanne
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  • Aktive und passive Lockerungsübungen
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  • Entspannungstechniken
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  • Haltungskorrektur und Tonusregulierung
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  • Atmungsregulierung
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  • Stimmhygiene
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  • Erarbeiten von Konfliktlösungsstrategien
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  • Stimmübungen ( z.B. Erweiterung von Dynamik und Resonanz)
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  • Umgang mit elektronischen Sprechhilfen ( z.B. dem Servox Gerät)
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  • Erlernen der körpereigenen Ersatzstimme (nach Kehlkopfentfernung)
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  • Elternberatung und Anleitung ( u.a. bei hörgestörten, stotternden oder sprachentwicklungsverzögerten Kindern)
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  • Erziehungsberatung im Hinblick auf Sprachstörungen ( z.B. Stottern oder Mutismus / Sprachverweigerung )
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  • Angehörigenberatung ( z.B. nach einem Schlaganfall)
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  • Einsatz von Mimik und Gestik ( z.B. bei Sprach- und Stimmverlust)
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  • Sprechtechniken
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  • Schriftspracheübungen
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  • Schlucktraining
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  • Wortfindungsübungen

     

    Zusammenarbeit
    Logopäden arbeiten interdisziplinär mit folgenden Einrichtungen zusammen:
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  • Schulen
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  • Kindertagesstätten
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  • Sondereinrichtungen
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  • Ergotherapeutischen Praxen
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  • Physiotherapeutischen Praxen
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  • Rehabilitationskliniken
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  • Krankenhäusern
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  • Arztpraxen
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  • Beratungsstellen
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  • Selbsthilfegruppen
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  • Gesundheitsämtern
    u.a.

     

    Patienten mit folgenden Störungsbildern können logopädische Behandlung in Anspruch nehmen:
    Sprachentwicklungsstörungen
    (Störungen des Sprachverständnisses, des Wortschatzes, der Lautbildung / Aussprache und des Satzbaus)
    Dyslalien
    (Laute / gesprochene Buchstaben, werden falsch gebildet, ersetzt oder ausgelassen)
    Dysgrammatismen
    (Störungen der Grammatik)
    Auditive Teilleistungsstörungen
    (Hörwarhnehmung und -verarbeitung)
    Rhinophonien
    (offenes, geschlossenes oder gemischtes Näseln)
    Myofunktionelle Störungen
    (Störungen des Schluckablaufes, meistens Pressen der Zunge nach vorne, oft verbunden mit fehlerhafter Zahnstellung und Lispeln)
    Redeflußstörungen
    (Stottern und Poltern / zu schnelles Sprechen mit Silbenauslassungen)
    Stimmstörungen
    (Beeinträchtigungen der Stimmqualität bis hin zum Stimmverlust)
    Kehlkopflosigkeit
    (Stimmverlust aufgrund der Entfernung des stimmgebenden Organs)
    Aphasien
    (zentrale Sprachstörung mit vollkommenem oder teilweisem Verlust der Sprache. Hierbei kann das Sprechen, Verstehen, Lesen und / oder Schreiben betroffen sein)
    Dysarthrie
    (zentral bedingte Aussprachestörungen)

     

    Ziel der Logopädischen Therapie ist die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit der Patienten. Im einzelnen bedeutet dies:
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  • Erreichen der altersentsprechenden sprachlichen Fähigkeiten ( z.B. für die Schulreife)
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  • Korrektur der Artikulation
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  • Ökonomischer Stimmgebrauch zur Erhöhung der Belastbarkeit der Stimme
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  • Verbesserung der Stimmqualität
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  • Adäquate verbale und nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten bei Hirn-schädigungen
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  • Verringern von Sprechunflüssigkeiten
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  • Erlernen des korrekten Schluckvorgangs (mit entsprechender Zungenlage sowie des Mundschlusses)
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  • Vemittlung von Informationen zum Störungsbild durch Beratungsgespräche mit Bezugspersonen um die Intergration in den Therapieverlauf zu ermöglichen